Braten, Kochen, Spülen – in der Küche entstehen Gerüche und Feuchtigkeit in besonderem Maße. Die Folge: Für ein gesundes Raumklima ist die Luftfeuchtigkeit in der Küche häufig zu hoch. Mit dauerhaft zu hoher Feuchtigkeit steigt das Risiko von Schimmelbildung, die Bausubstanz und Gesundheit belastet. Wir erklären, wie Sie die Luftfeuchtigkeit in der Küche optimieren, welche Orientierungswerte es für die ideale Luftfeuchte gibt und welche Messinstrumente Sie nutzen können.
In der Küche ist eine Luftfeuchtigkeit von rund 30 bis 45 Prozent (bei 18 bis 20 °C Raumtemperatur) ideal. Steigt der Wert dauerhaft über 60 Prozent, wächst das Risiko für Schimmelbildung und Bauschäden erheblich.
2. Hauptursache Wasserdampf:
Kochen, Braten und die Spülmaschine treiben die Feuchtigkeit schnell in die Höhe. Nutzen Sie daher beim Kochen konsequent die Dunstabzugshaube, um Dämpfe direkt abzufangen.
3. Die wichtigste Gegenmaßnahme:
Um die Feuchtigkeit effektiv zu senken, sollten Sie 3- bis 5-mal täglich für 5 bis 10 Minuten stoßlüften (idealerweise Querlüften). Ein Hygrometer hilft, die Luftfeuchtigkeit im Blick zu behalten. Smarte Systeme messen die Feuchtigkeit per Sensor und übernehmen das Lüften sogar vollautomatisch.
Ursachen für zu hohe Luftfeuchtigkeit in der Küche
Die Küche ist kein reiner Arbeitsraum, sondern auch Wohn- und Wohlfühlort. Ein gesundes Raumklima mit einer Luftfeuchtigkeit zwischen 30 und 45% ist aber schwer zu erreichen, denn durch Kochen und Abwaschen erhöhen Sie die Luftfeuchtigkeit im Raum. Umso wichtiger ist es, dass Sie den Feuchtigkeitsgehalt der Luft überwachen und nötigenfalls Gegenmaßnahmen treffen.
Zu den häufigsten Ursachen für eine zu hohe Luftfeuchtigkeit in der Küche zählen:
- Wasserdampf durch Braten und Kochen auf dem Herd, Wasserkocher, Abwasch oder Geschirrspüler
- Zu seltenes Lüften in der Küche und den angrenzenden Räumen
- Undichte Verbindungsstellen an Wasserleitungen
- Undichte Fenster
- Zu viele Pflanzen in kleiner Küche
Gefahren durch zu hohe Luftfeuchtigkeit
Normal und unbedenklich ist, dass die Luftfeuchtigkeit in der Küche etwas höher ist als zum Beispiel die Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer oder im Wohnzimmer. Genauer hinschauen müssen Sie erst, wenn die Luftfeuchtigkeit dauerhaft über den Richtwerten liegt. Welche Richtwerte für die optimale Luftfeuchtigkeit gelten, hängt vom Raumtyp ab.
Dauerhaft erhöhte Luftfeuchte kann zu den folgenden unangenehmen Auswirkungen führen:
- Schimmelbildung: Schimmel verursacht nicht nur Flecken und Verfärbungen, sondern auch Schäden an der Bausubstanz. Vor allem aber kann er Hautreizungen, Allergien, Atemwegserkrankungen oder andere gesundheitliche Reaktionen auslösen.
- Gerüche: Ein feuchtes Milieu und Klima fördert die Geruchsentwicklung durch den beschleunigten Verderb von Essen oder Essensresten, durch Bakterien in feuchten Textilien oder durch abgestandene Raumluft.
- Schäden an Materialien, Dichtungen oder Geräte: Während sich Schimmel negativ auf Bausubstanz, Tapeten oder Textilien auswirkt, kann Feuchtigkeit Holz aufquellen lassen oder zu Rostbildungen an Einrichtung und Geräten führen. Dringt Feuchtigkeit in elektrische Geräte ein, kann das Kurzschlüsse oder Defekte verursachen.
Richtwerte für die Luftfeuchtigkeit in der Küche
nachts 18 – 21 °C
Tipps für ein gesundes Raumklima
Möchten Sie die Feuchtigkeit in der Raumluft auf optimalem Niveau halten, dann helfen die folgenden Tipps:
- Regelmäßig lüften: Es gibt kaum etwas Wichtigeres für Wohnräume als richtiges Lüften. Das gilt auch in der Küche. Am wirkungsvollsten ist Stoßlüften. Empfehlenswert ist es, mindestens zweimal, besser sogar drei- bis fünfmal täglich für je fünf bis zehn Minuten stoßzulüften. Wenn möglich zusätzlich querlüften, also gegenüberliegende Fenster öffnen – das sorgt für einen besonders schnellen und effektiven Luftaustausch.
- Dunstabzugshaube: Beim Kochen entstehen nicht nur leckere Gerüche, sondern auch Dämpfe. Eine Dunstabzugshaube überführt je nach Modell mit Fetten angereicherten Dampf an die Außenluft oder reinigt sie in einem Kreislauf mittels Fett- und Geruchsfilter.
- Raumluftentfeuchter: Als passive oder aktive Modelle entziehen Luftentfeuchter durch Kondensation in einem Auffangbehälter oder durch hygroskopisches Material der Luft die Feuchtigkeit.
- Feuchte Handtücher und Lappen entfernen: Ob Handtücher, Lappen oder Schwämme – befinden sich feuchte Textilien im Raum, steigt die Luftfeuchtigkeit. Hängen Sie Handtücher zum Trocknen am besten im Freien auf, wringen Sie Schwämme und Lappen gut aus und lagern sie diese auf trockenen Ablagen.
- Smarte Fenster mit automatischer Lüftung oder dezentrale Lüftungsanlagen: Eine automatische Fensterlüftung und dezentrale Lüftungsanlagen sorgen für einen sensorgesteuerten, feuchtigkeitssenkenden Luftaustausch in den Räumen .
- Raumtemperatur gleichmäßig halten: Achten Sie besonders in der kalten Jahreszeit darauf, Ihre Räume konstant zu beheizen. So bleibt die Luftfeuchtigkeit im Gleichgewicht und feuchte Luft kann weniger leicht an kalten Wänden kondensieren. Ein gleichmäßig temperiertes Zuhause sorgt nicht nur für mehr Wohlbefinden, sondern beugt auch Schimmelbildung vor und spart langfristig Heizenergie.
Luftfeuchtigkeit zu niedrig: Was tun?
Auch zu niedrige Luftfeuchtigkeit kann ein Risiko sein und beispielsweise zu Reizungen der Augen, der Haut und der Schleimhäute führen. Spröde, rissige Haut und eine erhöhte Anfälligkeit für Erkältungen durch ausgetrocknete Schleimhäute können die Folgen sein.
In der Küche kommt das Problem einer zu niedrigen Luftfeuchtigkeit selten vor. Falls aber doch, können Sie die Luftfeuchtigkeit mit folgenden Tipps erhöhen:
- Zimmerpflanzen aufstellen
- Regelmäßig lüften
- Optimale Raumtemperatur beachten
Luftfeuchtigkeit messen
Der hohe Feuchtigkeitsgehalt der Luft zeigt sich unter anderem in Form von Kondenswasser an Dachfenstern, insbesondere bei kalten Außentemperaturen, und anderen Oberflächen. Für genaue Werte können Sie ein Hygrometer verwenden, um die Luftfeuchtigkeit zu messen. Hygrometer gibt es zum Aufstellen oder Aufhängen. Das Funktionsprinzip analoger Modelle basiert auf Hygroskopie. Dabei kommen wasseranziehende Materialien zum Einsatz, die sich bei steigender Luftfeuchtigkeit ausdehnen. Digitale Hygrometer verwenden Sensoren, die eine hohe Messgenauigkeit garantieren .
Noch komfortabler geht es mit Smart-Home-Lösungen wie VELUX ACTIVE. Das System misst mithilfe intelligenter Sensoren Temperatur, Luftfeuchtigkeit und CO₂-Gehalt in der Raumluft und bezieht per Internet-Gateway aktuelle Wetterdaten ein. Auf dieser Basis öffnen oder schließen sich Dachfenster automatisch – genau so lange, wie es für ein gesundes Raumklima und eine angenehme Temperatur notwendig ist. So bleibt die Luftqualität stets optimal, und in der kalten Jahreszeit werden unnötige Energieverluste vermieden – ganz ohne manuelles Eingreifen.
- Tageslicht und Frischluft spielen in jedem Raum eine wichtige Rolle für unser Wohlbefinden
- Mit den richtigen Dachfenstern schaffen Sie sich Ihre Wohlfühloase, um Raumgefühl und Raumklima zu verbessern